Bronzeskulpturen als Teil des Thames Tideway-Projekts
Entlang der Themse, auf Höhe des Victoria & Albert Museums, weicht die Infrastruktur etwas Unerwartetem. Als Teil des Thames Tideway, dem groß angelegten Projekt zur Reinigung des Flusses, werden hier Lüftungsschächte mit öffentlichen Räumen und Kunst kombiniert.
Anstelle von anonymen technischen Objekten stehen hier auffällige Skulpturen, die sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nicht als Dekoration, sondern als integraler Bestandteil des Entwurfs.
Poo Art: ein Augenzwinkern mit einer ernsten Botschaft
Im Mittelpunkt dieses Projekts stehen die Skulpturen von Richard Wentworth. Sein Werk, das als „Poo Art“ bezeichnet wird, spielt mit Form, Maßstab und Kontext.
Die Skulpturen, bronzene Toilettenschüsseln, die nebeneinander und aneinander stehen, verweisen auf spielerische Weise auf ein Thema, das normalerweise verborgen bleibt: Abfallströme in der Stadt. Ein Werk, das durch seine Form auffällt, vor allem aber durch die Botschaft, die dahinter steckt: Aufmerksamkeit für die Wasserqualität und die Auswirkungen städtischer Systeme, die man normalerweise nicht sieht. Damit macht Wentworth etwas Unsichtbares sichtbar, ohne belehrend zu wirken.
Dies fügt sich in sein breiteres Œuvre ein, in dem er Alltagsgegenstände aus ihrem Kontext herauslöst und uns zwingt, sie mit anderen Augen zu betrachten.
Ein weiterer Bestandteil dieser konzeptuellen Kunst sind die (Sand-)Säcke als Verweis auf die Laderampen, die diese Kais früher waren. Der Detaillierungsgrad der Ausführung ist phänomenal und macht ein einfaches Objekt wie einen Sandsack zu etwas Besonderem. Auch dies ist wieder ein gutes Beispiel dafür, wie man durch – in diesem Fall – die Materialwahl alltägliche Objekte mit anderen Augen sieht.
Vom Entwurf bis zur Umsetzung
Für Sorba bestand die Herausforderung darin, dieses künstlerische Konzept in ein realisierbares und nachhaltiges Endprodukt umzusetzen. Die Skulpturen wurden aus Bronze gefertigt, einem Material, das nicht nur für eine robuste Optik sorgt, sondern auch den Bedingungen am Flussufer standhält.
Sorba war für die Konstruktion, Fertigung und Montage dieser komplexen Elemente verantwortlich. Die organischen Formen und der „gestapelte“ Charakter der Sandsäcke erforderten eine präzise Ausarbeitung und einen kontrollierten Produktionsprozess.
Jede Form, jede Naht und jeder Übergang musste stimmen, um den scheinbar zufälligen Charakter des Entwurfs überzeugend darzustellen.
Materialisierung und Detaillierung
Die Wahl von Bronze verleiht den Skulpturen einen zeitlosen Charakter. Gleichzeitig sorgt das Material für Langlebigkeit und minimalen Wartungsaufwand in einer städtischen Außenumgebung.
Die Detailgestaltung ist entscheidend: von der Textur der „Sandsäcke“ bis hin zu ihrer gegenseitigen Anordnung. Gerade diese Präzision sorgt dafür, dass das Kunstwerk glaubwürdig bleibt und seine Kraft bewahrt, sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne.
Technik sichtbar machen
Während Infrastruktur normalerweise dem Blick entzogen wird, geschieht hier das Gegenteil. Die Verbindung von Technik und Kunst macht das Projekt für die Umgebung zugänglich und sichtbar.
Die Skulpturen dienen als Orientierungspunkte entlang der Themse und verleihen einem technisch notwendigen Teil der Stadt Bedeutung.
The perfect finish
Das Victoria & Albert-Projekt zeigt, wie Infrastruktur, Kunst und Handwerkskunst zusammenkommen. Mit den Bronzeskulpturen von Richard Wentworth und der Umsetzung durch Sorba erhält ein funktionales Element eine neue Dimension.
Keine versteckte Technik, sondern ein sichtbarer und greifbarer Teil der Stadt, der eine Geschichte erzählt.





















